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Die Schulterchirurgie hat in den letzten Jahren einen Boom erfahren.
Viele Chirurgen und Orthopäden befassen sich in der Zwischenzeit
intensiver mit diesem Gelenk. Nicht nur in Amerika sind Schultereingriffe alltäglich, sondern auch hier in Europa und in der Schweiz werden immer mehr Schultereingriffe mit gutem Resultat durchgeführt.
Noch vor kurzer Zeit waren Schultereingriffe meist mit einem
schlechten Resultat verbunden und viele Patienten hatten Angst,
nach der Operation für immer einen bleibenden Nachteil zu haben.
Während der behandelnde Chirurg und Orthopäde selbst wenig
Vertrauen in die in der Literatur angegebenen Resultate aufbringen
konnte, waren der Patient und sein Hausarzt verunsichert und erwogen eine Schulteroperation erst als letzte aller Möglichkeiten, das Schulterproblem zu lösen.
Durch intensive Basisforschung in Anatomie, Physiologie und Pathologie gelang es schliesslich in den letzten Jahren zunehmend, Krankheitsbilder zu definieren, deren Entstehung und Ablauf zu analysieren und daraus auch erfolgversprechende Behandlungskonzepte abzuleiten. So z.B. bei der Verletzung und Erkrankung der Rotatorenmanschette, bei der Instabilität der Schulter und der Arthrose.
Durch neue, allerdings sehr teure, aber äusserst genaue Untersuchungstechniken ist es zudem in den vergangenen Jahren gelungen, die Diagnostik dermassen zu verfeinern, dass es heute nur noch selten vorkommt, dass während der Operation grosse Überraschungsbefunde erhoben werden müssen. Eine zentrale Stellung in der Schultergelenksdiagnostik hat das MRJ, das Magnetresonanz- Tomogramm, eingenommen. Als Screeninguntersuchung auch die diagnostische Sonographie. Nebst all diesen komplizierten und teuren Methoden haben aber die normale ärztliche kompetente Untersuchung und die normale standardisierte Röntgenuntersuchung ihre wichtige Stellung nicht verloren.
Ein erfahrener Schulterspezialist kann bereits aus der Entstehungsgeschichte viele Hinweise entnehmen. Bereits beim Beobachten des Patienten wie er sich die Kleider aus- oder anzieht geben ihm wertvolle Hinweise über die Ursache und den Ort des Schulterproblems.
Diese vierte Auflage meiner Schulterbroschüre soll Ihnen helfen, Ihr Schulterleiden etwas besser zu verstehen. Zudem möchte ich durch
die Erklärung der Behandlungsmassnahmen Ihr Verständnis für die
meist lange Rehabilitation fördern. Eine optmale Kooperation zwischen Arzt, Patient und Therapeut wird sich bei Ihnen direkt in einer besseren Rehabilitation der Schulterfunktion zeigen.
Christoph Thür
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