Praxis
Dr. Christoph Thür
Dr. med. FMH Chirurgie, Traumatalogie, Schulterchirurgie Theaterstr. 14
8001 Zürich
Schweiz
T +41 (0) 44 252 05 65
F +41 (0) 44 252 05 68
Verletzungen und Erkrankungen der Rotatorenmanschette
Der grosse RM-Defekt und seine Behandlung
Zur Charakterisierung des grossen RM-Defektes gehört es, dass ein Grossteil des Gelenkkopfes nicht mehr mit der Sehnenmanschette gedeckt ist und die Gelenkkugel in der Pfanne nicht mehr zentriert ist. Meistens ist vorne und hinten noch ein unterschiedlich grosser Anteil der Manschette vorhanden. In der Regel ist der obere Anteil der Manschette, die Supraspinatussehne fehlend oder weit retrahiert, so dass diese Sehne für die Rekonstruktion nicht mehr genügend mobilisiert werden kann. Durch das grosse RM-loch ist das Gelenk für die ernährende Gelenkflüssigkeit nicht mehr dicht, das Gelenk verliert seine Ernährung. Zwischen Oberarmkopf und Schulterdachknochen reibt sich zudem der Gelenkknorpel langsam auf und es entsteht mit der Zeit eine Defekt-Arthrose des Schultergelenkes.
Grosser RM-Defekt mit Hochsteigen des Kopfes unter das Schulterdach:
Grosser Defekt mit noch sichtbaren Sehnenteilen:
Die Deckung des riesigen Defektes und die Wiederherstellung der Zentrierung mit einem umgeleiteten Muskellappen ermöglichen es auch in so schwierigen, fortgeschrittenen Fällen, gute Resultate zu erreichen. Die Erfolgsquote ist aber nicht mehr so gross wie bei der "normalen" RM-Versorgung. Der Erfolg der Operation hängt von vielen kleinen Details während des Eingriffes selbst, von einer optimalen Einstellung des Patienten und von einer optimalen Physiotherapie ab. Welche Operationstechnik in diesen Fällen auch immer verwendet wird, sie ist immer sehr schwierig und verlangt viel Erfahrung vom Operateur. Während andere Kollegen den musculus latissimus dorsi-Transfer, d.h. die Umleitung eines Rückenmuskels zur Defektdeckung, bevorzugen, ziehe ich die Deltoideuslappenplastik vor.